Oil Paste gegen Risse?

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Oil Paste gegen Risse?

#1

Beitrag von Silberfrau » 31.05.2011, 11:56

Hallo Miriam,

ich habe einige Hohlkörper mit Paste hergestellt und fast alle haben Risse bekommen, wahrscheinlich, weil der Auftrag unterschiedlich dick war.
Leider habe ich alle schon geschruppt, so dass die Oberflächen glänzend sind.
Macht es Sinn, diese mit Oil Paste zuzuschmieren damit man hinterher nichts mehr sieht oder welches Vorgehen schlagen die Spezialisten vor? Oder ist Oil Paste ausschließlich zum Zusammenpappen?
In den Rissen ist das Silber schwarz verfärbt, sollte man es möglicherweise vorher reinigen und wie? Schwefelsäure möchte ich nicht unbedingt verwenden.
Wobei... 1 Teil hatte kein Dunstabzugsloch, angeblich ziehen die Verbrennungsgase doch durch die Poren, die mit Löchern hat es aber auch zerrissen. Brauch ich bei der Zuschmieraktion ein Abzugsloch?

Herzliche Grüße
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#2

Beitrag von Blackworx » 04.06.2011, 17:59

Hallo Silberfrau,

entschuldige wenn ich erst heute antworte, momentan ist viel zu tun, auch da wir den James, Golden Retriever meiner Eltern für knapp zwei Wochen als Urlaubsgast haben/hatten (bis morgen)...

Oilpaste für das Schließen von Rissen ist schon das richtige Produkt (verwendet man so ja auch bei Ringen, die Risse haben). Die Teile vorher kurz erhitzen und dann mit den Teilen weiterarbeiten (wenn die weiße Schicht wieder da ist).

Werde morgen noch mal meine Spezialquelle anzapfen 8), könnte mir aber vorstellen, das die einzelnen Schichten vielleicht nicht ganz trocken waren, bevor die nächste aufgetragen wurde?

Was war den Unterlage für die Hohlkörper? Watte? Corkclay? Solche Materialien brauchen soweit ioch weiß schon eine Öffnung im Silber für die entstehenden Gase....

Gruß aus Sinzing,

Miriam

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#3

Beitrag von Silberfrau » 05.06.2011, 00:36

Hallo und Danke!

Also für Oil Paste auch weiße Schicht notwendig.
Manche Stellen muss ich richtig überbrücken, also es ist nicht nur die Schicht zwischen irgendwas, sondern die Oberfläche, die hinterher sichtbar sein wird.
Die Kerne, also die bestanden aus Goldfischli, Bahlsen-Brezli (oder so) und Netto Knabbersnack. Ich dachte je knuspriger desto trocken und hab die frisch ausgepackten nicht extra getrocknet. Das Salz halt etwas abgekratzt. Die einzelnen Schichten waren schon ausreichend trocken, im Privaten kann man sich Zeit lassen. Jetzt, wo der größte Teil schon gesintert ist glaube ich auch, dass man ein Loch braucht. Ich werd mal Fotos schicken, wenns geklappt hat.

Gebt dem Hund einen Knuddel von mir, sofern er bei dem Wetter nich zu sehr müffelt.
(War heute auch in AM zum VHSeln. Tropenklima war nix dagegen.)

Viele Grüße
S.
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#4

Beitrag von Silberfrau » 05.06.2011, 14:42

Nächtes Problem: Oilpaste ist zu flüssig

Ich mach mich also ans Werk aber die Oilpaste tropft einfach in die Löcher hinein.
Extra-Öl hab ich glaub ich noch keines dazugetan, die ist so dünn?
- Ja, ich habe sie gut aufgerührt! -
Kann ich getrocknetes Clay-Pulver druntermischen um eine festere Konsistenz zu erhalten?

Ich wollte - wennschon, dennschon - auch noch einige andere Havarien reparieren, gebrochene Teile, wo ich aber die Strukturen auf der Vorderseite erhalten möchte. Da bleibt aber auch ein Wulst, oder?
Eines will ich später noch emaillieren, das ist kein Problem auf der Oilpaste, oder? - That's why I don't solder...
Eine geoilte Stelle wird anders als eine gelötete beim erneuten Erhitzen nicht wieder weich, oder?

Grüße S.
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#5

Beitrag von Blackworx » 06.06.2011, 18:15

Hallo Silberfrau,
Die Kerne, also die bestanden aus Goldfischli, Bahlsen-Brezli (oder so) und Netto Knabbersnack.
Mutig, mutig. Ich glaube mit so einer Grundlage hat es noch keiner versucht, Erfahrungswerte sind da wohl Mangelware.

Zu deinen Fragen kann ich nur Teilantwoten geben, aber ich versuch es mal:
Kann ich getrocknetes Clay-Pulver druntermischen um eine festere Konsistenz zu erhalten?
Habe ich noch nie getestet, weiß nicht ob das funktionieren kann, da die Oipaste ja etwas anders zusammengesetzt ist als die normale Paste. Würde es dann eher mal nur mit normaler Paste versuchen, könnte auch klappen denke ich.
Ich wollte - wennschon, dennschon - auch noch einige andere Havarien reparieren, gebrochene Teile, wo ich aber die Strukturen auf der Vorderseite erhalten möchte. Da bleibt aber auch ein Wulst, oder?
Die Oilpaste sinkt normalerweise besser ein als normale Paste, da sollte kein zu großer Wulst bleiben. Die Kunst ist dann, auch nicht zu wenig auf die Bruchstellen zu geben bzw. in die Risse.
Eines will ich später noch emaillieren, das ist kein Problem auf der Oilpaste, oder? - That's why I don't solder...
Eine geoilte Stelle wird anders als eine gelötete beim erneuten Erhitzen nicht wieder weich, oder?
Ich denke nicht das es mit dem Email ein Problem geben wird, habe noch nie gehört das ich ein mit Oilpaste repariertes Teil ausschließt von dieser Weiterverarbeitung.
Zum Löten kann ich nur leider gar nicht sagen, das habe ich noch nie versucht.

Gruß,

Miriam

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#6

Beitrag von Silberfrau » 09.06.2011, 13:09

Hallo Miriam,

also es geht so lala voran.
Der Trick scheint zu sein, dass man die Oilpaste nicht zu doll aufrührt und sich so dickere Pampe vom Grund holt.
Dann habe ich die so aufgestrichen, dass eine Art Häutchen entsteht und dann das Stück aber "Loch nach unten" gelagert, hängend oder auf Teflonpad, bis die Pampe fast fest war. So, damit ich jetzt keinen Hubbel kriege, die fast feste Pampe vorsichtig auf das Level der Oberfläche flachgedrückt. Das Blöde ist, wenn man neue Oilpaste auf die gleiche Stelle streicht löst diese manchmal die vorherige Schicht wieder an und man hat wieder ein Loch.
Da ich mir bei den Temperaturen der vergangenen Tage nicht auch noch eine Föhnbox antun wollte dauert es ziemlich, pro Loch 1 Tag, Loch nach unten für jedes Loch extra.
Ich frag mich ob es nicht auch möglich gewesen wäre, das Loch häutchenmäßig mit oilpaste zu verschließen und die weitere Auffüllerei dann wieder mit normaler Paste oder Syringe zu machen, hab mich aber nicht getraut.
Als Verbindung zum bereits gesinterten eine Oilpasteschicht braucht es denk ich schon.
Mutig, mutig. Ich glaube mit so einer Grundlage hat es noch keiner versucht,
hab ich irgendwo gelesen, schweizer oder US-Forum, keine Ahnung. Und ihr habt auch Nudeln drin. Mit Würfelzucker ging es übrigens nicht.
Die Kunst ist dann, auch nicht zu wenig auf die Bruchstellen zu geben bzw. in die Risse.
sehr beruhigend, die Lochreparaturen sollten vielleicht doch einen Hubbel kriegen.
Zum Löten kann ich nur leider gar nicht sagen, das habe ich noch nie versucht.
Nein dafür bin ja ich zuständig. Bein Löten wird Silberlot bei ca. 680 bis 740 grad zum Schmelzen gebracht und läuft in die Fuge. wird das Stück erneut auf die Schmelztemperatur erhitzt wird das Lot wieder flüssig. Bei öfterem Erhitzen diffundiert es aber immer mehr in das Grundmetall hinein und verfestigt sich im Laufe von mehreren Erhitzungen. Bei Gold gehts schneller als bei Silber. Beim Emaillieren über der Lottemperatur kracht das Stück wieder auseinander, wenn man normales Lot verwendet hat. Als Lot für Feinsilber kann man ein sog. "Emaillelot" verwenden mit noch höherem SMP, oder aber auch ein Stück 800er Silber z.B. aus einem alten Silberbesteck.

Mit dem Brennen werde ich eh noch etwas warten, ich muss den Brennofen immer extra auf unserem Esstisch aufstellen, da ich in meiner Werkstatt keinen Platz habe. Ich bin parallel noch an anderen Clayprojekten dran und will warten bis alles fertig ist, und dann alles in einem Aufwasch brennen.

viele Grüße S.
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#7

Beitrag von Silberfrau » 30.06.2011, 12:13

Zwischenbericht:

Leider bin ich immer noch nicht mit allem fertig, da ich recht gut zu tun hatte und auch meine Werkstatt zwecks Einbau neuer Fenster auf den Kopf stellen musste.
Also die größeren Löcher musste ich alle 2 mal oilen, da beim Brennen die Paste munter geschrumpft, das Loch aber natürlich nicht mitgeschrumpft ist. Die Oilpaste hing dann an einer Seite fest und es gab einen kleinen Riss auf der anderen Seite, der aber relativ unproblematisch war.
Bei den Teilen mit Struktur ist der Wulst tatsächlich so klein geblieben, dass er kaum auffällt. Allerdings ist die Oilpaste bei einem konkav gewölbten Stück, dass ich "schöne Seite nach unten" von hinten zugepampelt habe fröhlich runtergelaufen und hat auf der Innenseite einen bähbäh dicken Tropfen gebildet. Da ich die Einzelteile vor dem Zuschmieren "kunstvoll" mit Tonerde auf der Brennunterlage in ihrer Position fixiert hatte konnte ich das vor dem Brand nicht kontrollieren.
Auch hatte ich guten Erfolg damit, an einem bereits fix und fertig polierten Stück noch nachträglich einen Stein in einer gesprizten Fassung anzubringen mit einer Zwischenschicht aus Oilpaste. Musste ich aber auch 2x brennen, weil durch den stärkeren Schrumpf der Oilpaste zunächst eine tiefe Furche zwischen Stück und Fassung war, gehalten hätte es aber auch so.
An einem weiteren geoilten Stück habe ich mittlerweile auch schon gelötet und das Material verhält sich, als ob nie was gebrochen gewesen wäre, so dass ich mir gute Chancen für das Feueremail ausrechne.

Wenn hoffentlich in nächster Zeit alles fertig ist, werde ich ein paar Fotos in die Galerie stellen.

So long
Eure Silberfrau
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