Brennen auch mit Brenner mit Mundlötrohr?

Allgemeine Fragen zu Clay aus Kupfer, Bronze, Silber & Gold
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carocaribic
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Brennen auch mit Brenner mit Mundlötrohr?

#1

Beitrag von carocaribic » 20.11.2011, 20:34

Hallo und guten Abend,

bin ein absoluter Neuling, was Artclay angeht, bin aber seit ca. 15 Jahren Hobby-Goldschmiedin, dabei aber eher mit dem Material Silber vertraut. Freunde haben mich gefragt, ob ich ihnen Ringe zur Hochzeit aus Silber schmieden kann und da war meine Idee, mit Artclay silver fingerabdrücke zu erstellen und diese auf silberringe zu löten.
Kann man das Artclay auch mit einem Gasbrenner mit Mundlötrohr (Hartlöten) brennen oder benötige ich unbedingt einen Gasbrenner, wie er im Shop verkauft wird wg. der konstanten Temperatur?

Hatte eigentlich vor, einen ca. 1,5mm dicken und ca. 9mm breiten 925er Ring zu fertigen, mit einer ca. 1,5- 2cm großen Lücke und dazwischen in gleicher breite und Dicke ein Stück Artclay silver mit Fingerabdruck zu setzen (als Ergänzung, d.h. auch mit der gleichen Ring-rundung. Es scheint aber ja nicht ganz so einfach zu sein, Artclay mit 925er Silber zu verbinden... theoretisch könnte ich daher auch einen geschlossenen 925er Ring fertigen und das fertige Artclay-Stück bohren und auf den Silberring nieten, richtig?

Freue mich über Antwort,
schöne Grüße
caro

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Stefan
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#2

Beitrag von Stefan » 05.12.2011, 13:06

Hallo Caro,

ich musste erst mal recherieren, da ich selbst mit dem Mundlötrohr selbst noch nie gearbeitet habe. Also im Grunde müsste es möglich sein, sofern Du eine Temperatur von mindestens 650 Grad am Objekt erreichst und eine ausreichend große Flamme hast. Kleine Scheankungen nimmt Art Clay nicht übel.

Zu Deinem Objekt. Man kann 925er Ringe mit Artclay verbinden. Hierzu würde ich zuerst die Ringe fertigen, dann den Einsatz machen und brennen (etwas grösser, wegen des Schrumpfes -> notfalls nach dem Brennen zufeilen!). Zum Zusammenfügen gibt es verschiedende Möglichkeiten. Die Einfachste für Leute mit Brennofen ist mit Oil Paste und dann beides nochmals brennen. Eine andere Möglichkeit ist das Anlöten, hier möglichst kalt löten. Kleine Hohlräume im Werkstück könnten sonst platzen und hässliche Löcher machen. Und die Dritte ist das Anbringen einer Verschraubung. Wir haben zum Mitbrennen spezielle Schrauben im Angebot, gibts auch anders wo natürlich.

Liebe Grüße

Stefan

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#3

Beitrag von Silberfrau » 03.01.2012, 17:03

Sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde, im Dezember hatte mich ein Virus geplättet.
Eine andere Möglichkeit ist das Anlöten, hier möglichst kalt löten. Kleine Hohlräume im Werkstück könnten sonst platzen und hässliche Löcher machen.
Stefan spielt hier auf die "Knallblasen" an. Seit wir Teile, an denen noch gelötet werden soll, nicht mehr in Wasser abschrecken, hat es auch nicht mehr geknallt. Ein Beweis für den Grund der Knallblasen ist das allerdings nicht, genau so gut kann ich sagen, seitdem ich die und die Strecke nicht mehr fahre habe ich keinen Strafzettel mehr bekommen. Ob man jetzt allerdings mit 680 oder 730 Grad lötet dürfte die Sau nicht fett machen.
Für richtige Trauringe, die Tag und Tacht getragen werden ist Art Clay, da Feinsilber, schon ein wenig weich. Du solltest die Ringe dann so gestalten, dass der Fingerabdruck tiefer liegt und dadurch geschützt ist, also den gesamten Ring eher etwas dicker. Oder sind es einfach "So-da" Ringe als Geschenke? Nieten würde ich trotzdem nicht.
Die Clayteile etwas mit Zugabe fertigen und zurechtfeilen würde ich Stefan zustimmen. Tipps zum Art Clay löten kannst du ja meinem diesbezüglichzen Beitag entnehmen.
Deine wichtigste Frage: Kann man ACS mit dem Mundlötrohr brennen: Wenn deine Puste ausreicht, warum nicht? Mach aber keine spitze scharfe Flamme sondern lieber eine weiche große. Da du aber sicher keine halbe Stunde pusten willst, sieh zu dass du eine möglicht hohe Temperatur unterhalb des Schmelzpunktes erreichst. Denke daran, ein gewölbtes Teil zu unterfüttern.
Hoffentlich nicht zu spät.
Viel Erfolg
S.
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#4

Beitrag von carocaribic » 23.07.2012, 23:08

Auch wenn´s arg spät kommt:
Zunächst einmal lieben Dank für eure Antworten, ich hatte gar keine Benachrichtigung über meinen Mail-Account bekommen, dass Antworten da sind und dachte schon da kommt nichts mehr. Und dann kam Ende Januar die Geburt meines Sohnes dazwischen, der einfach mal 4 Wochen früher auf die Welt gerast kam ;-), weshalb ich das Projekt nun längere Zeit auf Eis gelegt hatte.. Aaaber nun rückt die Hochzeit mit großen Schritten näher (Ende August) und mich beschleicht langsam Panik, zumal ich nun heute erst die Empfehlung zum nicht-Nieten lese... Hui, das hatte ich mir bis heute so "einfach" vorgestellt... Ja, es sollen schon Ringe zum Tag+Nacht tragen sein, hatte auch schon die Befürchtung, dass das Feinsilber zu weich ist und die Nieten nicht halten kann. Habe auf youtube ein Filmchen gesehen, wie man aus Kupfer und Silber Clay 925er Silber machen kann, habt ihr da auch Erfahrung?
Das mit dem Schrauben finde ich ja auch ganz interessant, kann mir aber gerade gar nicht vorstellen, wie ich das befestige. Wenn ich die Schrauben mitbrenne, ist die Schraube ja am 999er Teil fest und ich müsste den Fingerabdruck-Einsatz einschrauben, also mitdrehen, das geht aber ja nicht...(oder hab ich grad ne Schraube im Kopf und stehe auf dem Schlauch?) und eine Mutter macht sich an so einem Ring innen irgendwie auch nicht so gut... puh.., nicht einfach das ganze.
Ich hätte nun auch eine Goldschmiede-Werkstatt zur Verfügung, wo ich das ganze machen kann, weiß nur nicht, ob sie auch einen Ofen hat, denke, dass die Variante mit Brennofen und Oil Paste wohl am Besten und vor allem sichersten wäre,oder was meint ihr?
Freue mich wieder von euch zu hören/lesen,
liebe grüße
caro

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#5

Beitrag von Silberfrau » 24.07.2012, 12:57

Hallo Caro,

Info über den selbst gemachten 925 Mix findest du im Metal Clay Artist Magazine Vol 2 Issue 2 (Das mit der Venezianermaske auf dem Titel.).
Du brauchst aber Ofen und Kohlebox dafür.
Und bedenke, es ist immer noch Sintermetall und kein gewalztes oder gegossenes Silber.

Also bei Trauringen sollte nun wirklich nichts genietet oder geschraubt sein, wegen der Alltagstauglichkeit.
Man soll sie ja immer anlassen können, stell dir mal vor, du wickelst dein Baby und hast so ein auftragendes Teil an der Hand.

Viel Erfolg!
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#6

Beitrag von carocaribic » 08.08.2012, 23:58

Hallo Silberfrau,
Danke für die Tipps. Ich werde wohl zunächst versuchen, es zu löten.
Habe nun heute das ArtClay ausprobiert, puh, das wird ja rasend schnell trocken. Und als ich Wasser dazu getan habe, hatte ich meine Finger versilbert und danach den Abfluss... So richtig dolle sieht man die Linien der Fingerabdrücke nicht, das hatte ich mir intensiver vorgestellt, ich bin gespannt, wie es morgen nach dem brennen aussieht. Was kann man eigentlich mit gebranntem ArtClay-Stücken anfangen die nichts geworden sind? (nur so für den Fall, dass...) kann man das einschmelzen? oder sogar mit kupfer zu 925er legieren?
Überall lese ich, dass man die Stücke nach dem Trocknen und vor dem Brennen versäubern sollte. Da das Stück aber ja noch schrumpft und ich es einpassen will, muss ich das Stück nach dem Brennen passgenau schleifen - das geht doch hoffentlich auch!?

Schöne Grüße
c.

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#7

Beitrag von Silberfrau » 09.08.2012, 10:53

Hallo Caro
>>Was kann man eigentlich mit gebranntem ArtClay-Stücken anfangen die nichts geworden sind? (nur so für den Fall, dass...) kann man das einschmelzen? oder sogar mit kupfer zu 925er legieren?<< So in etwa. Wenn du es schaffst, Feinsilber pur einzuschmelzen.
Wie du weißt ist das Legieren mit reinem Kupfer etwas heikel.
Besser du legierst es mit irgendwelchem 800er ( Besteck ). Ich gebe immer etwas Feinsilber zu, beim Einschmelzen von Sterlingresten, um den niedrigeren Feingehalt des anhaftenden Lotes auszugleichen.

>>Überall lese ich, dass man die Stücke nach dem Trocknen und vor dem Brennen versäubern sollte. Da das Stück aber ja noch schrumpft und ich es einpassen will, muss ich das Stück nach dem Brennen passgenau schleifen - das geht doch hoffentlich auch!?<< Nach dem Brennen geht es etwa so wie du es von normalen Silberteilen kennst. Vorher ist es 5x einfacher, birgt aber auch Bruchgefahr. Es geht in dem Fall weniger um Passgenauigkeit als vielmehr um das Glätten der Oberflächen....

In der Galerie ist ein Anhänger von mir mit Fingerabdruck zu sehen. Finde einfrach im Vorfeld die richtige Konsistenz für das Clay heraus. Gebrannt und gekratzt ist er meist deutlicher zu sehen als im getrockneten Zustand.
Ein wenig Erfahrung mit der Clayverarbeitung sollte man aber schon haben, bevor man Aufträge annimmt. :wink:
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